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Zeitpolster berichtet über die Vermittlung von Betreuungs-Anfragen


Anfragen um Betreuung: Aber was wird benötigt? Eine Zeitpolster-Fallstudie.


Haben Sie schon einmal Hilfe in Anspruch genommen? Waren Sie selbst schon einmal in dieser Situation? Wenn ja, dann wissen Sie vielleicht, dass es zum einen schwerfallen kann, darum zu bitten. Zum anderen aber ist es auch nicht immer ganz einfach, genau zu sagen, was man wirklich braucht.

Eine Aussage meines Vaters, die uns immer wieder zum Schmunzeln bringt, ist: „Ich kann nicht zum Arzt gehen, ich weiß nicht was mir fehlt.“ Bei Betreuungsanfragen ist es auch manchmal so, dass die Anfragenden gar nicht so genau wissen, was sie brauchen werden.

Unsere Vermittler*innen versuchen genau diese Lücke zu schließen: Herauszufinden was benötigt wird und dies gemeinsam mit der zu betreuenden Person auf den Punkt zu bringen. Sie koordinieren selbständig zwischen Helfenden und Betreuten – bringen die jeweilige Betreuungsanfrage zu der richtigen Person. Gleichzeitig sind sie Anlaufstelle für alle Anliegen. Nun, das klingt doch recht einfach? Können Sie sich dennoch vorstellen, dass es zu gelegentlichen Herausforderungen kommen kann?

Wir möchten Ihnen heute mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in das Wirken unserer Vermittler*innen geben. Wir haben dafür ein aktuelles Beispiel aus unserem Betreuungsalltag herausgesucht. Lesen Sie selbst, wie unterschiedlich sich die Betreuungsanfragen gestalten können und wie sich so ein Vermittlungsalltag anfühlen kann.



Im Interview mit einer unserer Zeitpolster-Vermittlerinnen


Es war uns wichtig, ein Beispiel für Sie zu finden, welches auch die Schwierigkeiten in bestimmten Situationen bei der Vermittlung von Betreuungsanfragen aufzeigt. Wir haben uns dafür für diesen noch recht jungen Fall entschieden. Es geht darin um die Frage, wie wir herausfinden können, wieviel Hilfe und in welcher Form sie benötigt wird. Auch die Gefahren der Überforderung, sowohl der Angehörigen als auch der Helfenden, werden angesprochen. Wir möchten Ihnen mit diesem Interview ein gutes Beispiel geben und Mut machen, genau hinzusehen. Auf das eigene Gefühl zu hören. Vielleicht auch ein wenig auf die glückliche Wende zu vertrauen?
 

– Die Frage über das Ausmaß der benötigen Hilfe klären –


Ich: Du bist in deiner Region für die Vermittlung zuständig. Wie erlebst du das? Wissen die Menschen bei der Anfrage immer was sie wirklich brauchen?

Vermittlerin: Meist ist das schon sehr klar. Die Menschen überlegen schon bevor sie zum Telefon greifen, für welche Aufgaben sie Unterstützung haben möchten. Wie oft sie jemanden brauchen und wann die Aufgabe anfällt. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Anfragenden ihre Situation nur schwer einschätzen können. Ein gutes Beispiel ist ein Mann, der schon länger seine Frau pflegte. Die Frau musste nach einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus dringend wieder mobilisiert werden. Fest entschlossen ging der Mann diese Aufgabe an. Er wusste aber nicht, in welchem Zustand seine Frau sein wird, wenn sie nach Hause kommt. Er konnte sie schließlich während Corona nicht sehr oft besuchen. So war es für ihn schwierig, mir zu sagen, für welche Aufgaben und in welchem zeitlichen Ausmaß Hilfe durch uns erfolgen soll.


– Gefahr der Überforderung der Angehörigen und des Helfersystems –


Ich: Wie bist du dann mit dieser Anfrage um Unterstützung umgegangen?

Vermittlerin: Wenn ich nicht einen Helfenden gehabt hätte, der selbst jahrelang einen Angehörigen gepflegt hatte, hätte ich die Anfrage absagen müssen. Dann sind andere Institutionen, der Krankenpflegeverein, der Mobile Hilfsdienst oder eine Abklärung durch das Casemanagement an der Reihe. Dieser erfahrene Helfende hat mir aber zugesagt, dass er für die ersten Tage nach dem Krankenhausaufenthalt die Unterstützung übernimmt und auch eine erste Klärung der Situation vornehmen kann. Seine Tipps und Tricks waren beim Ehemann unserer Betreuten sehr willkommen. In vielen Gesprächen, zusätzlicher Unterstützung aus dem Familienumfeld und mit einem guten Plan konnten wir die Betreuung übernehmen. Solange, bis die Frau wieder vieles selbständig machen konnte.

– Eigene Grenzen ernst nehmen –


Ich: Was können Vermittler*innen und Unterstützer*innen aus deinen Erfahrungen lernen?

Vermittlerin: Es braucht einerseits die Offenheit für unkonventionelle Lösungen. Diese zeigen sich manchmal sehr überraschend. Unsere Helfenden suchen ein Ehrenamt mit Mehrwert. Mit dem Betreuungsnetzwerk Zeitpolster sorgen sie auch für ihre Zukunft vor. Es sind hochengagierte Menschen. Sie erledigen Aufgaben so, wie sie es auch gerne hätten, dass dies bei ihnen gemacht wird. Es geht um die Frage, was traue ich mir zu. Dabei muss ich als Vermittler*in die eigenen Grenzen und auch die Grenzen derer, die den Betreuungseinsatz durchführen werden, realistisch einschätzen. Meldet sich die Stimme der Unsicherheit, so muss diese unbedingt ernst genommen werden. Entweder kann ich dann noch einmal im Team die Situation besprechen oder ein Feedback von der Geschäftsstelle einholen. Gemeinsam finden wir die passende Lösung, dafür was notwendig ist und gebraucht wird.



Möchten Sie gern mehr dazu erfahren?


Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen mit diesem besonderen Beispiel einen interessanten Einblick in unsere Betreuungsarbeit geben konnten. Natürlich war das nur eines von vielen. Unsere Vermittler*innen geben sich tagtäglich große Mühe, die richten Personen zusammen zu bringen. Das gelingt auch sehr gut. Wir sind inzwischen österreichweit aktiv – genauer gesagt in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Niederösterreich, der Steiermark und in Wien. Wir sind auch ständig damit beschäftigt, weitere Teams in den verschiedenen Regionen aufzubauen, um das bestehende Betreuungsangebot großflächig zu ergänzen. Falls auch Sie Interesse daran haben, ein eigenes Team für die Vermittlung von Anfragen aufzubauen, können Sie sich mit unserem Beitrag Pionier*innen gesucht! Eigenes Zeitpolster-Team aufbauen! gern noch etwas genauer informieren.

Schauen Sie nach, ob es in Ihrer Region bereits ein Zeitpolster-Team gibt. Sie können sich auch direkt bei einem bestehen Team anschließen oder als Helfer*in registrieren – und gleich Ihren ersten Einsatz starten. Durch Ihre Mitarbeit ermöglichen Sie es älteren Menschen länger zu Hause zu bleiben. Sie unterstützen durch Ihre Hilfe pflegende Angehörige oder Familien in Form von Kinderbetreuung. Das Besondere daran ist, dass Sie durch Ihren Einsatz Stunden für Ihre eigene Bereuung für später ansparen. Für den Tag, an dem Sie selbst einmal Hilfe benötigen sollten. So sorgen Sie gleichzeitig für Ihre eigene Zukunft vor. Indem Sie Gutes tun und Menschen verbinden. Unsere Zeitpolster Betreuer*innen helfen bei einfachen alltäglichen Aufgaben, wie bei der Gartenarbeit, im Haushalt und bei administrativen Belangen. Einkaufen, gemeinsames Kochen und Freizeitgestaltung sind ebenfalls mögliche Einsatzfelder. Auch die Begleitung zum Arzt oder Behördengänge werden oft angefragt und sind wertvolle Hilfen.

Kontaktieren Sie uns bei Fragen gern jederzeit oder hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar in der Spalte. Wir freuen uns darauf!


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