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Zeitpolster gibt Einblick wie ein Wirkungsbericht entsteht.

Wieso ist der Zusammenhang zwischen persönlichen Zielen und gesellschaftlicher Wirkung so wichtig? Was braucht es, um eine junge Organisation auf gemeinsame Wirkungsziele einzuschwingen? Wir geben Einblick: Sabine Jochum-Müller / Projektleitung gesellschaftliche Wirkung Zeitpolster


Der erste Zeitpolster Wirkungsbericht und wichtige Erkenntnisse


Wissen Sie, was soziale Wirkung bedeutet? Wir denken viel darüber nach und wollen durch unsere Arbeit einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Wir haben uns dafür Ziele gesteckt, welche Sie in unserem aktuellen und ersten Wirkungsbericht nachlesen können. Falls Sie selbst in einer sozialen Organisation tätig sind oder etwas über Wirkung lernen möchten, finden Sie auf der Website von Phineo wertvolle Tipps. Der Beitrag dazu lautet Wie Sie die Wirkungslogik Ihres Projekts erstellen.

Bei sozialer Wirkung geht es primär darum, einen wünschenswerten und positiven gesellschaftlichen Zustand zu erreichen. Vereinfacht gesagt, können wir alle etwas Gutes schaffen. Durch unser Tun können wir zum Beispiel bewirken, dass weniger Menschen in Not sind, oder dass sich unser Klima verbessert. Auch der Tierschutz bietet ein breites Wirkungsfeld. Aber wie erreicht man diese Zustände und Wirkungen? Wie können wir selbst etwas dazu beitragen? Und wie lassen sich Wirkungen messen und feststellen? Es ist bestimmt nicht einfach. Aber der Aufwand lohnt sich!

Wie wir wissen, gibt es unzählige Möglichkeiten, Impact (Wirkung) zu schaffen. Gute Zustände für unsere Gesellschaft herzustellen. Unser Zugang bei Zeitpolster geht über die Betreuung älterer Menschen und Familien. Wir wollen durch unsere Arbeit zum Beispiel erreichen, dass ältere Menschen länger zu Hause bleiben können. Wir möchten, dass sie so lange wie möglich ein Selbstbestimmtes Leben führen können, dass ältere alleinstehende Menschen jemanden zum Reden haben. Zudem möchten wir durch unser Zutun Familien und pflegende Angehörige entlasten. Das ist der Dienst, den unsere Organisation und unsere Betreuer*innen für uns alle leisten. Wir sehen das als wertvollen Dienst. Wir möchten den sozialen Wandel aktiv mitgestalten.


Heute berichten wir mit einem weiteren Beitrag der Serie „Hinter den Kulissen“ über die Entstehung unseres ersten Wirkungsberichts. Sainbe Jochum-Müller, welche das Projekt Wirkung bei Zeitpolster leitet, spricht gleich zu Beginn über ihre Erfahrungen und die umfangreiche Vorarbeit. Auch unsere noch recht junges Tiroler Team hat sich große Ziele gesteckt und wird stellvertretend für alle österreichischen Teams am Ende des Beitrags kurz zitiert.

Es war und ist auch für uns eine große Herausforderung! Schließlich wissen wir ja recht genau, was wir tun und welche Leistungen wir anbieten. Wir wissen auch, wie wir dabei vorgehen. Das Schwierige daran ist nur, dies alles auf Papier zu bringen. Ziele zu definieren und diese messbar zu machen. Dabei auch gleichzeitig zu erkennen, wo wir stehen und was es an Arbeit noch zu tun gibt. Es sind viele Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Können Sie sich vorstellen, welch anspruchsvolle Aufgabe da auf uns zukam und weiterhin kommen wird?

In diesem Beitrag informieren wir Sie über folgendes:

  • Die Entstehungsgeschichte unseres ersten Wirkungsberichts
  • Den Zusammenhang zwischen persönlichen Zielen und gesellschaftlicher Wirkung
  • Unsere soziale Wirkung und das Verlassen der Komfortzone
  • Was Impact für unser Team in St. Johann bedeutet


Sabine Jochum-Müller gibt Einblick
(Projektleitung soziale Wirkung für Zeitpolster)

Als ich im Frühjahr 2020 verschiedene Stakeholder um ihre Einschätzung zu den Wirkungszielen fragte, stieß ich immer wieder auf Unverständnis. Ist doch klar: „Wir wollen helfen und für andere da sein. Wollen dankbar sein für das, was wir im Leben geschenkt bekommen haben. Wir wollen etwas an andere weitergeben.“ Das sind Motive für die Mitarbeit bei Zeitpolster. Und die Möglichkeit gleichzeitig für die eigene Betreuung vorsorgen zu können.

Auf der Seite der Betreuten wird die persönliche, kostengünstige und klar geregelte Unterstützung geschätzt: „Hauptsache, die Maria kommt!“

Wie spannend war es dann, vor allem mit Helfenden und Teammitgliedern, dem Franchisenehmer in Liechtenstein und mit mehreren Profis zum Thema Wirkung, die entstandenen gesellschaftlichen Wirkungsziele zu diskutieren. Gemeinsam daran zu feilen. Es wurde allen recht schnell klar, dass es sich lohnt, die passenden Begriffe für unsere gesellschaftlichen Ziele zu finden. Zu definieren. So, dass wir uns gemeinsam dafür stark machen können.

Breite Beteiligung bei der Erstellung und der Weiterentwicklung von gesellschaftlichen Wirkungszielen ist also ein nicht ganz unbedeutender Schlüssel für den Erfolg! Herausfordernd wird, diese Beteiligung bei raschem Wachstum beizubehalten. So, dass die Wirkkraft im Inneren der Organisation wächst und bereits Geschaffenes erhalten bleibt.

Der Wirkungsbericht selbst wurde von einigen wenigen geschrieben und richtet sich vor allem an Multiplikator*innen und Verantwortliche in anderen Organisationen und der Politik. Sie erhalten damit eine Möglichkeit unser Wirkungsmodell kennenzulernen und zu verstehen. Durchaus in der Hoffnung herauszufinden, wer die Verbündeten für diese Wirkungsziele sind. Denn gesellschaftliche Wirkung entsteht nur gemeinsam.


Der Zusammenhang zwischen persönlichen Zielen und gesellschaftlicher Wirkung

Bei der Umfrage von Zeitpolster konnten diese Zusammenhänge sehr schön herausgearbeitet werden. Spielt für ein Mitglied von Zeitpolster die Selbstwirksamkeit beim sozialen Engagement eine große Rolle, findet sich diese Haltung auch bei den Wirkungszielen für Zeitpolster wieder. Es geht dabei um das Bewusstsein, gleichzeitig Handelnder und Betreuter sein zu können. Da wäre die höchste Wirkungsnotwendigkeit angesiedelt. Da sollte sich etwas verändern.

Eine andere Person kann sich vor allem für die von Einsamkeit betroffenen alten Menschen motivieren. Sie möchte das Engagement von Menschen fördern und diesem Engagement gute Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen.

Wieder andere haben eine hohe Betroffenheit beim Thema Altersarmut. Kostengünstige und leicht zugängliche Betreuung ist ihnen ein großes Anliegen. Sie betonen, dass verlässliche und kostengünstige Betreuung für jeden Menschen möglich sein sollte. Das ist auch für uns ein wichtiger Aspekt!

Was denken Sie darüber? Sind wir mit unserer Gesellschaft auf einem guten Weg? Sind ältere Menschen gut versorgt? Der demografische Wandel bringt so manchen Stein ins Rollen. Schließlich werden wir schon in einigen Jahren und Jahrzehnten wesentlich weniger Angehörige haben, die betreuen können. Wir werden schließlich auch immer älter. Was ja grundsätzlich sehr erfreulich ist. Für uns bei Zeitpolster ist es eine wichtige Basis für die Wirksamkeit, die persönlichen Anliegen der Mitglieder und der gesamten Gesellschaft mit den gesellschaftlichen Wirkungszielen in Verbindung zu bringen.


Gesellschaftliche Wirkung – heraus aus der Komfortzone

Gesellschaftliche Wirkung bleibt nicht bei der Symptombehandlung stehen. Für uns ist das entscheidende Symptom, dass es zu wenig Betreuungsangebot gibt. Symptombehandlung bedeutet in dem Fall möglichst viele Betreuungsstunden zu leisten und viele engagierte Helfer*innen zu haben. Sie denken sich jetzt vielleicht, das ist doch Aufgabe genug. Stimmt. Gesellschaftliche Wirkung hinterfragt jedoch die Ursachen hinter diesen Symptomen. Maßnahmen, die gegen diese Ursachen wirken, sind für gesellschaftliche Wirkung gefragt.

Die Ursachen für die fehlenden Betreuungsangebote sind nämlich vielfältig. Und Zeitpolster musste entscheiden, für welche 2 bis maximal 3 Ursachen sich die Organisation einsetzen möchte. Auch das war für uns keine leichte Aufgabe, wie Sie sich bestimmt vorstellen können.

  • Woran können wir also in 5 Jahren erkennen, dass wir auf dem richtigen Weg sind?
  • Und woran wollen wir uns in 10 Jahren messen lassen?
  • Wie können wir erkennen, dass Zeitpolster tatsächlich zu einer gesellschaftlichen Wirkung beigetragen hat?

Hier verlassen wir eindeutig unsere Komfortzone. Das ist der Moment, um sich gezielt an die Arbeit zu machen.


“Mit Zeitpolster wollen wir in St. Johann neben den gut funktionierenden Pflegeinstitutionen, wie dem Sozialsprengel, eine weitere wichtige Säule im Betreuungsangebot schaffen. Zunächst war es wichtig, ein Team an Helfenden aufzubauen, was bereits gut geglückt ist. Als nächstes wollen wir Zeitpolster unter potentiell Betreuten bekannt machen und damit beginnen, die zu betreuenden Menschen regelmäßig zu unterstützen. Und dann hoffen wir, als gutes Beispiel voranzugehen, damit auch in anderen Tiroler Gemeinden Zeitpolster-Teams entstehen und die großartige Idee wachsen kann.”

Michael Lagler, Teamleiter Zeitpolster St. Johann in Tirol
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Ja. Die Erarbeitung unseres ersten Zeitpolster Wirkungsberichts war eine lange und anstrengende Reise. Hat sie sich gelohnt? Auf jeden Fall! Wir haben nun einen klaren Blick. Wir wissen, dass auch wir große Verantwortung tragen. Aber auch gleichzeitig, was unser Tun bewirken kann und wie wir es schaffen können, unsere großen Ziele zu erreichen. Und das eben nicht nur in der Symptombekämpfung, sondern weit darüber hinaus. In der Einstellung der Menschen etwas zu erreichen, im Verständnis und schlussendlich im Handeln.

Wir sind sehr dankbar für alle, die uns auf dieser Reise begleiten! Denn, jede einzelne Person in unserem Boot leistet einen wichtigen Beitrag für uns alle.

Wir möchten Sie einladen, sich noch etwas intensiver mit dem Thema Impact und soziale Wirkung zu beschäftigen. Informieren Sie sich über unseren aktuellen Beitrag mit dem Titel „Wie wirkt sich unser Tun auf die Gesellschaft aus? Alles was Sie über Impact wissen sollten.

Auch eine Buchempfehlung möchten wir Ihnen noch mit auf den Weg geben. Das „Kursbuch Wirkung – Vorher planen, was hinterher passiert“. Wenn Sie auf der Suche danach sind, wie ein soziales Projekt die gesellschaftliche Wirkung formulieren und darstellen kann, ist Ihnen damit sehr geholfen! Mit sehr anschaulichen Methoden erklären die Autorinnen Schritt für Schritt die Vorgehensweise zur Wirkungsorientierung. Dieses Buch ist auch für Nicht-Projektleiter*innen sehr zu empfehlen. Das komplexe Thema “Gesellschaftliche Wirkung”, wird hier sehr gut aufbereitet. Und das Beste daran ist, dass es öffentlich zum Download zur Verfügung steht! 💚

Hiterlassen Sie uns gern einen kleinen Kommentar oder kontaktieren Sie uns jederzeit persönlich, telefonisch oder per E-Mail, falls Sie mehr über Impact oder unsere Arbeit wissen möchten.
Wir beantworten gern alle offenen Fragen. Das Thema ist schließlich doch recht komplex. Aber auch wirklich interessant.

Gemeinsam können wir Großes schaffen!


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