Zeitpolster – der Podcast fürs clevere ÄLTERWERDEN
Was unsere Haltung über unser Alter verrät – und wie wir mit kleinen Veränderungen Schmerzen vorbeugen können
Haltung ist mehr als die Frage, ob wir gerade sitzen oder einen geraden Rücken haben. Sie beeinflusst, wie wir uns bewegen, wie wir wahrgenommen werden und kann auch mit Schmerzen zusammenhängen.
In dieser Folge spricht Helga Pražak mit Benedikt Liem, Physiotherapeut und Vortragender im Universitätsmodul „Active Aging“, über Haltung, Schmerz und unsere alltäglichen Bewegungsmuster.
Dabei geht es um eine wichtige Erkenntnis: Es gibt nicht die eine perfekte Haltung. Entscheidend ist vielmehr, dass wir den Körper vielseitig bewegen. Wer stundenlang in derselben Position verharrt, belastet ihn anders als jemand, der seine Position immer wieder verändert, sich aufrichtet und zwischendurch bewegt.
Benedikt erklärt, warum sich Bewegungs- und Haltungsmuster über Jahre einschleifen, welche Rolle unser Gehirn dabei spielt und warum Training allein nicht automatisch unsere Alltagsbewegungen verändert.
Auch das Thema Schmerz wird aus einer anderen Perspektive betrachtet: Ein MRT-Bild erzählt nicht die ganze Geschichte. Schmerzen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel körperlicher, neurologischer, psychischer und sozialer Faktoren. So können Menschen deutliche Veränderungen an der Bandscheibe haben, ohne Schmerzen zu verspüren und umgekehrt können Schmerzen auftreten, ohne dass ein entsprechender Befund vorliegt.
Besonders interessant wird es bei den Alltagsbewegungen: Wie stehen wir auf? Wie bücken wir uns? Wie knien wir uns hin? Wie halten wir unser Handy? Solche Bewegungsmuster wiederholen wir oft tausende Male, ohne darüber nachzudenken.
Helga erzählt von ihren eigenen Schmerzen im Iliosakralgelenk und davon, wie die bewusste Veränderung ihres Aufstehens einen erstaunlichen Unterschied machte.
In dieser Folge erfahren Sie:
- Warum Haltung viel über unser Alter verraten kann
- Weshalb es nicht um eine „perfekte“ Haltung geht
- Wie sich Haltungsmuster und Bewegungsgewohnheiten über Jahre entwickeln
- Warum das Gehirn bei unseren Bewegungen eine entscheidende Rolle spielt
- Was Schmerz mit unseren Erfahrungen, Erwartungen und unserem Nervensystem zu tun hat
- Warum ein Bandscheibenvorfall im MRT nicht automatisch Schmerzen bedeutet
- Weshalb Kraft- und Ausdauertraining allein bestimmte Alltagsbewegungen nicht verändert
- Wie kleine Veränderungen bei alltäglichen Bewegungen Schmerzen reduzieren können
- Warum wir beim Handyschauen besser öfter die Position verändern sollten
- Und weshalb auch die „Kartoffelsack-Haltung“ zwischendurch völlig in Ordnung ist.
Die wichtigste Botschaft:
Nicht die perfekte Haltung ist das Ziel, sondern Bewegung und Abwechslung. Immer wieder die Position verändern, sich aufrichten, andere Muskeln einsetzen und bewusst wahrnehmen, wie wir uns im Alltag bewegen, das kann bereits einen Unterschied machen.
Eine Folge, die dazu einlädt, den eigenen Körper im Alltag wieder etwas genauer zu beobachten.
Zeitpolster Folgen zum Thema Bewegung:
Nr. 5 mit Toni Innauer: Wie man körperlich und mental fit bleibt
Nr. 64 mit Robert Fritz: Bewegung im Alter


